Verfasst von: BFH | 12. April 2009

Torhüterschauplatz: TSG 1899 Hoffenheim

Schicksal eines Notnagels (Foto: TSG 1899 Hoffenheim)

Schicksal eines Notnagels (Foto: TSG 1899 Hoffenheim)

Eigentlich ist Daniel Haas im Prinzip ein guter Torhüter. Noch vor zwei Jahren war Daniel Haas beim TSG Hoffenheim sogar der große Held.

Der frühere Hannoveraner zählte beim Aufstieg in die 2. Bundesliga noch zu den ganz großen Stützen. Und auch in Liga 2 schien sich Haas zu etablieren. Doch einige Unsicherheiten und eine Rückenverletzung setzten ihn dann schnell schachmatt. Trainer Ralf Rangnick kennt da mit seinen Torhütern kein Erbarmen: Haas sackte sogar zur Nummer 3 ab.

Zum Notnagel degradiert

Und auch in der 1. Bundesliga schien er zunächst ohne Chance. Dann bekam Haas durch Ramazan Özcans Knieblessur die überraschende Chance zum Comeback. Der Start beim 2-1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt verlief für Haas mehr als zufrieden stellend. Seine Ankündigung, mit jedem Spiel an Sicherheit zu gewinnen, führte Haas jedoch ad absurdum. Mir jedem Spiel schlichen sich immer mehr Nachlässigkeiten ein. Trotz einiger guter Paraden zeigte der Lückenbüßer insgesamt zu wenig, um sich beim ambitionierten Aufsteiger dauerhaft einen Stammplatz zu sichern. Nach der Verpflichtung von Timo Hildebrand schien für Haas die Bank als Dauerplatz reserviert. Doch es kam anders.

Timo Hildebrand ist nämlich seit seiner Rückkehr nach Deutschland vom Pech verfolgt. Immer wieder musste der neue Hoffenheimer Hoffnungsträger in der bisherigen Rückrunde wegen Verletzungen pausieren. Und immer wieder kehrte Hass dadurch zurück zwischen die Pfosten.  Ein undankbare Aufgabe, die der Poker- und PC-Fan dann auch eher durchwachsen erledigte. Mal reagierte Haas reaktionsstark, dann wiederum leistete er sich unverständliche Aussetzer. Das Gefühl, nicht mehr als ein Notnagel zu sein, hat offenbar sein Nervenkostüm schon zu sehr strapaziert. 

Doppel bitter

Das zeigte die 0:3.Niederlage am 27. Spieltag gegen den VfL Bochum. Den Treffer zum 0-1 muss man ihn nicht unbedingt ankreiden. Im Gegensatz zu vielen Torwartkollegen traut sich Haas wenigstens mal, bei Eckbällen die Linie zu verlassen.  Sein ungestümes Herauslaufen gegen den Bochumer Stanislav Sestak in der 61. Minute zeugt hingegen von wenig Weitsicht.

Die Rote Karte könnte für Haas gleich doppelt bitter werden. Er ist nicht nur für das nächste Spiel gesperrt, seine zarten Hoffnungen, vielleicht doch Timo Hildebrand zu verdängen, dürften damit wohl verblüht sein. Jetzt droht ihm sogar wieder der Abstieg zur Nummer 3. Sein Trainer Ralf Rangnick nahm jedenfalls, wie so oft, auf das Seelenleben seiner Torhüter keine Rücksicht: „Wenn ich als Torwart beim 0:1 rauskomme muss ich ihn auch haben“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: