Verfasst von: BFH | 24. Juni 2009

Heinz Müller: Neuer Kultkeeper in der Bundesliga

kultkeeper_thumbnail1Die Bundesliga kann sich auf einen außergewöhnlichen Torwart freuen. Heinz Müller vom FC Barnsley  hat einen Vertrag beim Aufsteiger FSV Mainz 05 unterschrieben. Dort soll er dem langjährigen Stammtorwart Dimo Wache jetzt Konkurrenz machen.

 Dass Heinz Müller noch keine feste Größe im deutschen Fußball ist, beweisen auch die bisher noch lückenhaften Biografiedaten. Soviel ist bekannt: Müller spielte in der A-Jugend noch bei der SpVgg 05 Bad Homburg. Bevor er in der Saison 1996/97 zum FSV Frankfurt wechselte, spielte der gebürtige Frankfurter sogar noch einige Partien in der ersten Mannschaft, die damals in der Bezirksoberliga Frankfurt-West Meister wurde.

Beim damaligen Oberligisten FSV Frankfurt blieb Müller jedoch nur eine Spielzeit, ehe er im Sommer 1997 zum damaligen Regionalligisten Hannover 96 wechselte. Die 96er stiegen in der Saison 1997/98 wieder in die 2. Bundesliga auf. Bejubelt von den Fans wurde jedoch nicht Ersatzmann Müller, sondern Konkurrent und 96-Idol Jörg „Colt“ Sievers, der im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen Tennis Borussia Berlin zwei Elfmeter parierte.

 Ein Müller sieht Rot

Der damals 20-jährige Heinz Müller kann dann erst durch Sievers Verletzung am 29. Spieltag der Zweitligasaison 1998/99 beim 1-1 gegen Fortuna Düsseldorf zu seinem ersten Profieinsatz. Müller bewährte sich beeindruckend und wirkte trotz seiner Jugend äußerst abgeklärt und gelassen. Auch ein ZDF-Kommentator äußerte sich damals anerkennend über den hervorragend haltenden Heinz: „Das wird mal ein Guter“.

Doch nach den ersten Lorbeeren folgte der Katzenjammer. Im Spiel  bei der SpVgg Greuther Fürth musste Müller den Patzer seines Verteidigers ausbügeln. Weit aus seinem Strafraum eilend, nahm Müller die Hände zu Hilfe und kassierte deshalb in der 80. Minute die Rote Karte. Seinen Platz zwischen den Pfosten nahm ein Feldspieler ein.

Hannover 96 verpasste trotz des 1-0-Sieges am Ende knapp den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Müller nahm die nächsten zwei Jahre, bis auf einige Ausnahmen,  wieder seinen Stammplatz: die Ersatzbank. Bei seinen wenigen Einsätzen für den unpässlichen Sievers stellte der 1,93-Meter große Hüne sein Talent unter Beweis. Allerdings unternahm Müller auch zuweilen etwas zu riskante Ausflüge durch den Strafraum, was gelegentlich in die Hose ging, beziehungsweise zu Toren führte.

Auch bei seiner nächsten Station Arminia Bielefeld blieb Müller von 2001 bis Ende 2003 ein Bankdrücker. Dennoch erinnerte sich der damalige Zweitligist FC St. Pauli an seine Fähigkeiten. Im Tausch mit Simon Henzler wechselte der Hesse im Januar 2003 ans Millerntor. Der FC St. Pauli steckte damals tief im Abstiegskampf und erhoffte sich durch Müller eine erhebliche Verstärkung.

Zehn Monate außer Gefecht

Erstmals erhielt die scheinbar ewige Nummer Zwei nach sechs Jahren endlich die Chance, sich als Stammkeeper zu bewähren. Die lange Spielpause war Müller nicht anzumerken. Sofort avancierte er zum Führungsspieler und beeindruckte trotz gelegentlicher Schwächen beim Abfangen von Flanken besonders durch resolutes Herauslaufen. Seine beste Leistung zeigte „Knüller-Müller“ beim 1-1 gegen den SC Freiburg, als er mit seinen Paraden im Kicker zum „Mann des Tages“ avancierte. Trotz Müllers mutiger Heldentaten stieg der FC St. Pauli dennoch am Ende zum zweiten Mal hintereinander ab.

Müller wechselte anschließend zum Zweitligaaufsteiger Jahn Regensburg und setzte sich zunächst im Konkurrenzkampf gegen Peter Martin durch. Nach vier Spielen und einem gehaltenen Foulelfmeter gegen den MSV Duisburg wurde er dann durch zwei Schambeinoperationen über zehn Monate außer Gefecht gesetzt. Während der Pechvogel ans Krankenbett gefesselt war, stieg sein Klub wieder aus der 2. Bundesliga ab. Müller stand vor dem Nichts. „Da denkt man dann darüber nach, ob’s das war mit dem Fußball“, erzählte Müller in einem Interview.

 Neues Glück in Norwegen

 In dieser schwierigen Situation meldete sich der norwegische Verein Odd Grenland. „Ich dachte, schaden kann´s nicht“, erzählte Müller jüngst dem „Kicker“. Für den skandinavischen Erstligisten absolvierte er bis Ende 2004 sieben Erstligaspiele. Uwe Rösler und Jan Åge Fjörtoft holten ihn dann anschließend zu Lilleström SK. Bei Lilleström stieg Heinz Müller zum Stammkeeper auf und bewährte sich auch auf internationaler Ebene. Legendär ist aus dieser Zeit auch ein Video, in dem Müller die Bälle mit verbundenen Augen hält.

Allerdings machte Müller auch einmal negative Schlagzeilen, als er am 24.Juni 2007 im Spiel gegen den IK Start beim Herauslaufen im Sprung mit seinem Knie einen Gegenspieler schwer verletzte. „Ich war einfach auf den Ball fokussiert“, erklärte Müller in einem Interview. Doch auch Müller selbst blieb nicht von Verletzungen verschont. Wegen eines Handbruchs wurde er im Jahre 2005 längere Zeit von Torwart-Methusalem Claus Reitmaier ersetzt.

Im August 2007 unterschrieb der Liebhaber von House- und Techno-Musik dann einen Dreijahresvertrag beim englischen Zweitligisten FC Barnsley. Dort zeigte er so eindrucksvolle Leistungen, dass er zwischendurch sogar vom Bundesligisten VfL Wolfsburg und vom  englischen Premierligisten Arsenal London umworben wurde. Mit einem Kreuzbandriss  endeten dann im Januar 2008 allerdings vorläufig alle Wechselträume.

Die Fußballfans dürfen also gespannt sein, ob es Müller beim Mainz 05 nun im dritten Anlauf gelingt, die Bundesliga zu erobern. Dimo Wache dürfte aber etwas dagegen haben.

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Responses

  1. Das Video scheint kein Fake zu sein. Dann kann sich der Dimo aber mal warm anziehen. 🙂
    Der Artikel ist sehr informativ, den solltest Du mal im Mainzer Forum posten.
    Gruß, LARS
    PS: Das Video lädt bei youtube leider nicht. Hier funzt es besser:

  2. Hello from Australia

    I am sorry for this comment but I could find no other way of contacting you. I run a website called „The Glove Bag“, we have many many old pictures, catalogues etc etc which you might be interested in. I love the pictures on your website. Well Done.

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